Ode an den Winter
Winde fegen jetzt die Felder,
eisige Ströme von Norden her,
bedeckte Kronen in den Wäldern,
königsgleich und doch so leer.
Schneeflocken, fallene Ehrwürdigkeiten,
magisch, wie sie in ihrem Unschein
sanft auf unseren Boden gleiten,
einzigartig und doch so klein.
Tief schneebehangene Kuppen
Majestäten in weißem Gewand,
unschuldig und doch wie Puppen
direkt vom Herrn zur Erd gesandt.
Kringeln und kräuseln im Kaminefeuer,
schaurige Schatten an den Wänden der Gemeuer,
wie edle Gestalten und Wintergespenster –
vertreibe sie nicht, doch verramle die Fenster.
Bei aller Kälte, bei jeder Bedacht,
der erste Schnee ein jedes Jahr,
ist, was meine Freude erneut entfacht.
[Dieses Gedicht folgt keinem Metrum - und das ist auch gut. Nur, damit ihr hinterher nicht meckert.]

