Lyrik: Ankunft in Hamburg
Generell halte ich ja meine Texte unter Verschluss, aber dieser hier könnte euch eventuell gefallen: Es ist der erste Entwurf eines lyrischen Textes, dessen Grundstein noch in Hamburg gelegt wurde. Er hat meine eigenen Erfahrungen am vergangenen Mittwoch zur Grundlage, als ich aus der U-Bahn kam und auf der Suche nach meinem Hotel war.
Es war dunkel, die Lichter brannten.
Aus dem warmen Erdreich kommend
Mit schwarzem Koffer in der Hand
Geschützet nur durch leichte Mütze
War wehrlos ich dem Sturme untertan.
Er blies kräftig durch den Schnee:
Wirbelte wellenartig ihn hinauf
Versprühte seine weiße Pracht
Weit in die Nacht hinaus.
Fußhoch umgab der Schnee die Sohlen
Unter meinen Füßen knackte er
Während ich bedacht darüber glitt.
Autoströme zogen stöhnend an mir vorbei
Hielten hie und da nur zum Verschnaufen.
In den Käfigen, hinter den Motoren
schauten grimmige Gesichter in das Dunkel.
Tief gebeugten Hauptes ging ich
Zackzack ohne Sicht nach vorn.
Doch dessen ungeachtet trieb
Der Wind den Schnee in mein Gesicht.
Nicht nur einmal wollt ich schreien
und mein Leid mit andren teilen.
Doch als um das letzte Eck ich bog,
Tauchten in der Ferne auf
Die rettenden Lichter des Hotels.
Beflügelt durch diesen Blick
Eilte ich und trat hastig ein:
Wohlige Wärme umschloss mich
und ließ mich nicht mehr allein.
Kritik wird natürlich gerne gesehen.