Archive for the ‘Unjournalistisches’ Category

Online-Durchsuchung nur unter strengen Bedingungen zulässig

Mittwoch, Februar 27th, 2008

Die Karlsruher Richter haben mal wieder gegen den Innenminister entschieden. Online-Durchsuchungen sind nach ihrer Auffassung nur legal, “wenn tatsächliche Anhaltspunkte einer konkreten Gefahr für ein überragend wichtiges Rechtsgut bestehen”.

Außerdem entschieden sie, dass ein Gesetz in NRW zur Online-Durchsuchung nicht verfassungskonform ist (siehe Wikipedia dazu):

Dort ist dem Verfassungsschutz seit dem 30. Dezember 2006 „heimliches Beobachten und sonstiges Aufklären des Internets, wie insbesondere die verdeckte Teilnahme an seinen Kommunikationseinrichtungen bzw. die Suche nach ihnen, sowie der heimliche Zugriff auf informationstechnische Systeme auch mit Einsatz technischer Mittel“ zur Informationsbeschaffung erlaubt.[31] Gegen diese Vorschrift wurde eine Verfassungsbeschwerde eingereicht, der vom Bundesverfassungsgericht am 27. Februar 2008 stattgegeben wurde. Die Vorschrift wurde für verfassungswidrig und somit für nichtig erklärt.

Alle freuen sich über das Urteil, sogar Schäuble. Der freut sich jedoch nicht darüber, dass das NRW-Gesetzt für nichtig erklärt wurde, sondern darüber, “dass das Gericht zugleich festgestellt hat, dass Online-Durchsuchungen verfassungsrechtlich möglich sind” (taz).

Mehr bei der taz
und in der Urteilsverkündung.

Beeinflussung durch selbst vermarktete Anzeigen in Blogs

Samstag, Februar 9th, 2008

Zu folgendem Posting hat mich ein Eintrag im “Selbstständig im Netz”-Blog hingerissen, den ich auch kommentiert habe.

Der Unterschied zwischen selbst vermittelten Anzeigen und trigami bzw. Hallimash ist, dass mit bezahlten Beiträgen die Meinung des Bloggers nicht beeinflusst wird. Ich habe schon oft über von trigami bekommene Aufträge negativ berichtet und sehe da keine Beeinflussung durch das Geld, das man für ein Review bekommt, positiv zu schreiben oder etwas schön zu reden. Im Gegensatz dazu stehen die Anzeigen, die man selbst vermittelt. Das sind dann die Anbieter, die sich selbst bei den Bloggern melden um auf ihren Blogs Banner und Anzeigen zu schalten.

Dadurch entsteht eine Abhängigkeit und ein Konflikt, der auch oft in den traditionellen Medien zu sehen ist: Redaktionelle Inhalte vs. die Interessen der Anzeigenschalter / Sponsoren. Für einen einzelnen Blogger, der sowohl für die Anzeigen als auch für die Inhalte, sprich die Blogpostings verantwortlich ist, ein schwer zu trennendes Thema. Es entsteht eine Abhängigkeit vom Geldgeber. Wer würde schon negativ in seinem Blog über jemanden berichten wollen, von dem er verlangt, dass dieser auch im kommenden Monat wieder Geld für Banner auf dem eigenen Blog bezahlt?

Gegenmeinung Yannick Eckl:

John Chow ist von niemandem mehr abhängig ;)

Mag sein, dass er bei so vielen Interessenten es sich erlauben kann, wenn jemand abspringt. Das können aber nicht alle und viele sind auf das Geld “angewiesen”. Außerdem der liebe Herr Chow hat ein Blog, das einfach nur überladen auf mich wirkt und nicht besser als die ganzen Layer-Ads ist. Dieser Typ hat mehr blinkende und nervende Werbung als Conent. Ich würde nicht erst vorher den relevanten Content suchen wollen, bevor ich ihn lesen kann.

John Chow weiß vielleicht, wie man mit Bloggen Geld macht, aber man sollte nicht bloggen des Geldes wegen, wie Chow es macht. Hinter jedem seiner “Tipps” steckt doch irgendwo wieder ein Affiliate-Link, über den Chow Geld verdient. Werbung, Werbung darübüber wie man mit Werbung Geld verdient, Werbung über andere Werbeblogs und viel mehr Werbung.

Ich selbst behaupte von mir, fast werbefrei zu sein. Ich hatte auch lange Zeit über Google AdSense und ein wenig Guthaben angehäuft, bevor ich schließlich den ganzen Mist rausgeschmissen habe. Momentan schreibe ich ab und zu bezahlte Postings, das “Was ich lese” ist ein Amazon-Referer-Link, 1 Anzeige von LinkLift, zwei Mal Werbung für Bezahl-Posting-Seiten sowie einmal das Buch “Web 2.0” von einem guten Freund von mir, namentlich Tom Alby.

OpenSocial ist der einzig logische Schritt

Donnerstag, November 1st, 2007

Nachdem ich anfangs nicht genau verstanden habe, worum es bei de von Google anregten Initiative “OpenSocial” geht, scheint es mir nun langsam schlüssig zu werden. Entwickler werden von Google und einigen Social-Network-Partnern (darunter hi5, LinkedIn, Ning sowie XING)

Mac Andreesen, Gründer von Ning und Netscape, schreibt, dass das Konzept exakt dasselbe ist wie das der Facebook Apps, mit zwei Unterschieden:

  • Bei Facebook ist nur Facebook der Container, also die Plattform, auf der die Apps laufen. Bei OpenSocial sind das jedoch alle partizipierende Social Networks.
  • Apps ist der zweite Part der Idee. Diese wollen in die Social Networks integriert werden (unter anderem sind iLike und Flixster dabei)

Außerdem schreibt Andreesen, dass bei Facebook proprietäre Sprachen und API eingesetzt werden, genannt FBML (Facebook Markup Language) and FQL (Facebook Query Language). Das OpenSocial-Projekt setzen jedoch auf eine Realisierung mit HTML und Javascript.

Am nächsten Dienstag soll das ganze gelauncht werden, wenn man Techcrunch vertraut. Ich denke das ist der richtige Weg in die Richtung, die ich mit meinem englischsprachigen Artikel “Introducing The Future Of Social Networking” versuche zu ebnen oder wenigstens per Schild darauf hinzuweisen.

Ich habe Facebook schon immer um diesen wichtigen Schritt beneidet. Ob es nun der Schritt zu einem Web 2.1 oder ähnlichem ist, mag ich an dieser Stelle nicht zu vermuten. Aber definitiv ist es ein richtiger Schritt. Die großen Social Networks müssen sich für Drittanbieter öffnen und sie zulassen.

Was genau das eher seriöse XING dort in der derzeitigen OpenSocial-Baustelle verloren hat, ist mir allerdings ein Rätsel. Ich sehe schon die Zukunft kommen, wenn wir alle eine iLike-App mit unserem Musikgeschmack im Profil haben. Natürlich, XING sowie LinkedIn müssen sich auch öffnen, aber man sollte dort schon kontrollieren, welche Art von Apps man erlaubt.

Zum Schluss ein erklärendes Video von Ning:


Find more screencasts like this on Ning Network Creators
(via)

six groups bietet “Instant Communities”

Mittwoch, September 26th, 2007

Bereits seit einiger Zeit verfolge ich mit Spannung und Interesse ein Projekt von engagierten Entwicklern aus Hamburg, das nun offiziell ist. Six Groups heißt es, hat ein extrem schönes Logo und wird demnächst in die Closed Alpha gehen.

Im bereits eröffneten Blog beschreibt Geschäftsführer Andreas Stephan das Konzept:

Für sie alle stehen “Instant Communities” zur Verfügung. Instant Communities sind mit wenigen Klicks erstellte, voll funktionale Netzwerke. Der Gründer einer Community legt Name und Beschreibung der Community sowie die speziellen Profildaten fest und wählt ein Design. Nun kann er anfangen, seine Kontakte einzuladen und seine Community zu promoten.

Die Basisfeatures zum Start sind Profil- und Kontaktverwaltung, Messaging, Gruppen, Dateiverwaltung, Fotogalerie und Weblog. Auf Wunsch kann jeder Benutzer eine eigene Domain als Community-Domain festlegen und eigene Werbung schalten (Premium Features).

Klingt sehr spannend. Ich weiß, dass mindestens drei andere (unter anderem Mixxt, das ja immer noch auf sich warten lässt) etwas ähnliches planen. Der Markt wird also heiß umkämpft werden.

Alle Beteiligten, von denen ich die meisten persönlich kenne, sind Profis auf ihrem jeweiligen Gebiet. Deshalb glaube ich fest, dass six groups Erfolg haben wird. Jedoch ist die Konkurrenz von Seiten Nings und den deutschen Mitbewerbern sicherlich nicht gerade klein. Andererseits ist es für Mixxt sicher ein Nachteil, dass sie die User bisher so lange warten ließen. Zu den mindestens anderen zwei kann ich nichts sagen.

Hinter six groups stehen neben Andreas auch noch Johannes Schmidt, Helge Wenck, Jan Milz und Thomas Promny (siehe t8d blog), die ich allesamt sehr schätze.

Wird XING E-Mails erstzen? Nein, denn…

Donnerstag, August 16th, 2007

Für mich ist XING für den Erstkontakt wichtig. Also XING-Nachrichten statt E-Mails versenden kann manchmal sehr hilfreich sein, da der Gegenüber sofort sieht, wie man verbunden ist: vielleicht kennt man ja gemeinsame Leute, was dann sehr gesprächs- und seriösitätsfördernd sein kann. Außerdem ist es seriöser, mit Vor- und Zunamen Leute anzuschreiben, als beispielsweise mit “kleinezuckerschnutze34@yahoo.de”. Da meine Primär-E-Mail-Adresse auch nicht seriös ist (upimchen at yahoo dot de), habe ich auch noch weitere, die ich dann entsprechend einsetze (Townster, Sajonara, BarCampHannover, …).

XING ist, wie von jedem eine Visitenkarte zu haben. Egal ob man ihn kennt, oder nicht. Deshalb schreibe ich mittlerweile etliche XING-Nachrichten pro Tag. Das würde nicht gehen, wäre ich nicht ein Premiummitglied. Und ich bin genau das nur, da ich in der ZEIT der Amerikaner-Aktion (Ein US-Bürger einladen und ein Monat kostenlos Premium nutzen) gleich mehrere eingeladen hatte.

Gestern hatte ich ein Gespräch darüber, ob XING Monopolist in Deutschland sei. Die Meinungen gingen auseinander. Es wurde sich darüber beschwert, dass man ohne kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft fundamentale Dinge wie die Suche nach Kontakten und Nachrichten senden nicht kann. Ich erwiderte, dass ich die Regelung mit den Nachrichten auch nicht gut finde und auch im Bereich Kontaktanfragen und Gästebuch dadurch eine falsche Verwendung sehe. Die Kontaktanfragen werden oft dazu benutzt, Premiummitgliedern eine Nachricht zu schreiben. Diese antworten dann in Form einer Nachricht und bestätigen meist die Kontaktanfrage.

Ich finde eh, dass viel zu viele Kontaktanfragen gestellt werden. Ich schreibe zum Beispiel jemanden eine Nachricht, und er antwortet mit einer Kontaktanfrage, ohne, dass wir auch nur eine Nachricht ausgetauscht haben, also er meine beantwortet hätte. Ich sende Kontaktanfragen erst nach einem kleinen Gespräch. Sei es per E-Mail, Telefon, real oder per XING.

Ein kleiner Trick, auch als Nicht-Bezahlmitglied Nachrichten zu versenden ist, auf Nachrichten zu antworten. Sie wollen beispielsweise einen Freund anschreiben, der Ihnen bereits eine Nachricht geschickt hat. Antworten Sie auf seine letzte Nachricht und löschen Sie einfach “Betreff” und “Nachricht”. Zwar ein kleiner Umweg, aber anders erlaubt es XING nicht. Außer Sie haben nichts dagegen, dass Ihre Mitteilung öffentlich ist. Dann schreiben Sie in das Gästebuch.

oneview regelauncht

Montag, Juli 16th, 2007

Den großartigen Weg der Blogger-Vorab-Information wählte auch das Unternehmen oneview GmbH aus Köln um ihren Relaunch bereits einen Tag vor offiziellem Start circa 20 Bloggern bekannt zu geben.

1998 war oneview das erste Mal gestartet und laut eigener Aussage einmalig in Europa. Del.cio.us startete 2003.

Es ist schwierig, aus dieser riesigen Menge interessante und relevante Inhalte herauszufiltern und vor allem wiederzufinden. Über 80 Prozent der Internet-Surfer in Deutschland verlassen sich dabei meist auf Google und andere Suchmaschinen. Der Nachteil: Die Seiten werden maschinell sortiert und nicht von einem Menschen empfohlen.

Social Bookmarking-Dienste (Liste von einigen Diensten) wollen bei dem Management helfen und Relevantes finden. In Deutschland ist Mister Wong bekannt. Ich sehe übrigens gerade, dass ich im Dezember letzten Jahres Kontakt zu Guido Kaltwasser hatte. Wenn du das liest, meld dich mal wieder ;-).

Den Weg der Blogger-Vorab-Inmformation schlugen bereits Mike Schnoor und Jens Kunath.

Köhler kritisiert Schäuble massiv

Sonntag, Juli 15th, 2007

Endlich: auch unser Bundespräsident hat Schäuble für seine menschenverachtenden Pläne kritisiert. Völlig zurrecht. Menschen gezielt zu töten verstößt nicht nur (zu Recht!) gegen deutsches Recht, sondern gegen alle Menschenrechte. Köhlers Kritik:

Bundespräsident Horst Köhler forderte den Innenminister zu mehr Zurückhaltung bei der Präsentation seiner Vorstellung von Terrorabwehr auf. Zwar habe Schäuble als zuständiger Ressortchef die Aufgabe, „sich den Kopf zu zerbrechen“ über geeignete Maßnahmen zum Schutz der Bürger. Allerdings halte er „die Art, wie die Vorschläge kommen“, nämlich in einer Art Stakkato, für nicht optimal, sagte Köhler im ZDF-„Sommerinterview“. Damit würden die Bürger unnötig verunsichert.

mehr!

wevent benachrichtigt per E-Mail, Jabber und Twitter

Sonntag, Juli 8th, 2007

Seit gestern bietet wevent eine Funktion, mit der man über Neuerungen in seinen Events per Jabber, E-Mail oder Twitter informiert wird.

Habe E-Mail und Twitter ausprobiert und muss sagen, da kommt ganz schön was zusammen, wenn man einige Events beobachtet und besucht. Bei wenigen sind diese beiden Varianten aber sehr gut. Bei Twitter bekommt man übrigens eine Direct Message im Format von “NicoleSimon nimmt an „9to5.Wir nennen es Arbeit“ teil.” plus Link.

Ich denke mal, ich werde mich für die Jabber-Variante entscheiden. Dazu muss man nur im Profil seine Jabber- bzw. GMail-ID angeben, “Ich möchte Updates via Jabber bekommen” aktivieren und “wevent@jabber.cc” als Freund hinzufügen.

Corporate Twitter

Mittwoch, Juli 4th, 2007

Wie Unternehmen Twitter einsetzen können, zeige ich in meinem Paper “Corporate Twitter”. Corporate Twittering wird von vielen Unternehmen bereits betrieben. Das ganze enstand übrigens aus einer E-Mail heraus.
Wer Fragen und Anregungen hat, kann mir gerne eine E-Mail schreiben: mail at timoheuer dot com. Ich freue mich immer über Rückmeldungen!

Edit: Eine kleine Videosession finden Sie hier.

Skype-Investor steigt bei cellity ein

Dienstag, Juli 3rd, 2007

Es ist wohl eine Ehre, als die erste Investition von Mangrove Capital Partners in Deutschland in die Geschichte eingehen zu dürfen. Mangrove Capital Partners, das sind die Leute, die als erste bei Skype investierten. Im September 2005 gibt eBay den Kauf von Skype für 2,6 Milliarden US-Dollar bekannt.

Neben Mangrove haben auch Neuhaus Partners und BrainsToVentures in das Unternehmen cellity investiert. Die Investitionssumme soll im hohen einstelligen Bereich liegen.

Wie cellity in ihrer Pressemitteilung schreibt, wiord cellity “mit dem zusätzlichen Kapital […] vor allem das internationale Geschäft unterstützen. Bereits in den nächsten Tagen stellt das Hamburger Unternehmen das Produkt „cellity worldCALL“ vor”. Wir dürfen also gespannt sein!

Ich lasse mal die Frage offen, warum so viele Venture Capital-Unternehmen nach Bäumen benannt sind. Solange “Eiche Capital” oder “Birke Investments” dort bleiben, wo sie (nicht) sind.

[via]