Anne.
Anne ist mit der beeindruckendste Mensch, vom ich je gehört habe. Nicht nur, dass sie so vielen Millionen auf dieser Welt mit ihren Worten Mut zugesprochen und Trost gespendet hat ohne selbst davon zu wissen (oder es auch nur erahnt zu haben), war sie nicht nur ihrem Alter, sondern auch ihrer Zeit weit voraus. Diese Worte schreibe ich, obwohl ich Anne nie persönlich kennengelernt habe. Denn Anne starb unter grausamen Umständen, lange bevor ich geboren wurde. Sie lebte zu einer Zeit, die für heutige Generationen nicht mehr vorstellbar ist. Ich kenne Anne, wie so viele andere auch, durch ihr Tagebuch: durch "Kitty".
Ich weiß nicht ob Anne Frank, es gemocht hätte, hätte sie gewusst, dass ich ihr Tagebuch lese. Als Anne ihre "Kitty", wie sie das Tagebuch nannte und an das sie Briefe adressierte, zum Geburtstag von ihren Eltern geschenkt bekam, hört man noch die Stimme eines Kindes: unschuldig, etwas unbedacht. Im Laufe der Jahre, die wir durch das Buch verfolgen können, entwickelt sich aus der mittelmäßigen Schülerin die Literatin, die mit scharfsinnigen Kommentaren das Leben der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus in den Niederladen beschreibt.Die zutiefst von ihren Eltern missverstandene Anne vertraut sich "Kitty" an, dem eigentlich als Poesiealbum vertriebenen Buch ihres Lebens. Sie erzählt "Kitty" von der äußeren wie inneren Einsamkeit, von ihren Ängsten und den vielen Erlebnissen im Hinterhaus (dort, wo Anne sich über Jahre mit ihrer Familie vor den Nazis verstecken musste). Das Buch schildert jedoch vor allem das Erwachsenwerden eines kleinen Mädchens, dessen Reise auf dem Weg zur jungen Autorin man literarisch miterleben kann. Und die doch nie das werden durfte, was sie werden wollte: Schreiberin.Anne, danke.Trotz allem glaube ich immer noch,dass die Menschen tief in ihrem Herzen gut sind...
