Posterous theme by Cory Watilo

Anne.

Anne ist mit der beeindruckendste Mensch, vom ich je gehört habe. Nicht nur, dass sie so vielen Millionen auf dieser Welt mit ihren Worten Mut zugesprochen und Trost gespendet hat ohne selbst davon zu wissen (oder es auch nur erahnt zu haben), war sie nicht nur ihrem Alter, sondern auch ihrer Zeit weit voraus. Diese Worte schreibe ich, obwohl ich Anne nie persönlich kennengelernt habe. Denn Anne starb unter grausamen Umständen, lange bevor ich geboren wurde. Sie lebte zu einer Zeit, die für heutige Generationen nicht mehr vorstellbar ist. Ich kenne Anne, wie so viele andere auch, durch ihr Tagebuch: durch "Kitty".

Ich weiß nicht ob Anne Frank, es gemocht hätte, hätte sie gewusst, dass ich ihr Tagebuch lese. Als Anne ihre "Kitty", wie sie das Tagebuch nannte und an das sie Briefe adressierte, zum Geburtstag von ihren Eltern geschenkt bekam, hört man noch die Stimme eines Kindes: unschuldig, etwas unbedacht. Im Laufe der Jahre, die wir durch das Buch verfolgen können, entwickelt sich aus der mittelmäßigen Schülerin die Literatin, die mit scharfsinnigen Kommentaren das Leben der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus in den Niederladen beschreibt.

Die zutiefst von ihren Eltern missverstandene Anne vertraut sich "Kitty" an, dem eigentlich als Poesiealbum vertriebenen Buch ihres Lebens. Sie erzählt "Kitty" von der äußeren wie inneren Einsamkeit, von ihren Ängsten und den vielen Erlebnissen im Hinterhaus (dort, wo Anne sich über Jahre mit ihrer Familie vor den Nazis verstecken musste). Das Buch schildert jedoch vor allem das Erwachsenwerden eines kleinen Mädchens, dessen Reise auf dem Weg zur jungen Autorin man literarisch miterleben kann. Und die doch nie das werden durfte, was sie werden wollte: Schreiberin.

Anne, danke.

Trotz allem glaube ich immer noch,
dass die Menschen tief in ihrem Herzen gut sind...

you know tolstoy, I know playboy

you know james joyce, I like your voice
you know baudelaire, I like your hair
you know churchill, I know kill bill
you know tolstoy, I know playboy
you know politics, I know party chicks
you know wallstreet, I just want to meet
you know common law, I ask my ma
you know sanskrit, come on and say it
you know economy, well I believe in what I see
you know sophie scholl, I love rock’n’roll
you know algebra, but you wear no bra
do you speak japanese?

Anarchismus.

Anarchism means you should be free; that no one should enslave you, boss you, rob you, or impose upon you. It means you should be free to do the things you want to do; and that you should not be compelled to do what you do not want to do. (...) That is to say, that there should be no war, no violence used by one set of men against another, no monopoly and no poverty, no oppression, no taking advantage of your fellow-man. In short, Anarchism means a condition or society where all men and women are free, and where all enjoy equally the benefits of an ordered and sensible life.

-- Alexander Berkman

Synthpop, eine Katze, Astra-Stube und ein Lächeln

Gestern war ich mit Carolin und Katelyn bei einem Konzert in der traditionellen Hamburger Kneipe Astra-Stube. Abgeranzt, klein, schwitzig. Der direkt unter einer Eisenbahnbrücke gelegene Schuppen mit dem Urhamburger Flair wurde unter anderem in Fatih Akins Heimatfilm "Soul Kitchen" oder auf Jan Delays Albumcover "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" gefeatured. Aufgetreten sind gestern Jack Beauregard. Die beiden Jungs mit der E-Gitarre und dem Keyboard lieferten gefühlvolle Synthpop-Stücke und begeisterten das Publikum, das, wie der Sänger erfreut verkündete, um das Zehnfache angewachsen wäre seit dem letzten Auftritt an gleicher Stelle vor zwei Jahren.

Besonders das Stück "You Drew A Line" hat sich in den letzten Tagen dank Caro in meinem Gehörgang festgefangen und ist ein Ohrwurm, der sich bis hoch ins Langzeitgedächtnis schlängeln wird.

Neben Jack Beauregard trat das schwedische Kunst-Electro-Trio Lissi Dancefloor Disaster auf. Eine Katze, eine Frau, ein Mann. Eine Person mit einer Katzenmaske vor dem Gesicht in der einen Ecke, ein freakig-wackelnder Schlacks mit undefinierbarem Kettengedöns um den Hals und Kleinst-Keyboard in der anderen Ecke der winzigen Bühne. Dazwischen eine süße Stimme und ihre Besitzerin: eine kurzhaarige Schwedin, die mit dem Publikum flirtete und durch Sprungmoves begeisterte. Schweden, hach, you gotta love them. Die Masse tobte. Ich habe den Begriff "Nintendocore" aufgeschnappt.

Nicht nur musikalisch ein gelungener Abend (ach, und der Insider mit dem "Lächeln" aus der Überschrift soll für immer ein Insider bleiben. Hoffe ich.)

Fotos als Anhang.

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