Kategorie: Journalistisches
Was passiert, wenn man eine 232 Millionen-Euro-Mannschaft aus der ersten deutschen Bundesliga gegen einen Absteiger aus der zweiten (also logischerweise jetzt Regionalliga) mit einem Wert von knapp über 4 Millionen Euro spielen lässt? Wenn der teuerste Spieler bei der einen Mannschaft 600.000 Euro wert ist - bei der anderen 28,5 Millionen. Eigentlich sind die Verhältnisse klar: auf der einen Seite steht der unbezwingbare und so hochgejubelte FC Bayern München mit einem Weltklasse-Team. Auf der anderen Seite ein Verein, der gerade erst aus der zweiten Bundesliga in die Regionalliga abgestiegen ist. Zwar sind München (1.338.955 Einwohner) und Burghausen (knapp über 18.000 Einwohner) in allen Belangen weit voneinander entfernt, aber der von mir persönlich sehr geliebte DFB-Pokal ist halt anders: Kampf. Und so kann es sein, dass Bayern trotz zahlreicher Chancen in der 61. Minute in Rückstand geht und der Kommentator schon das Unmögliche voraussagt: ein Sieg von Wacker Burghausen.
Als dann in der 79. der von Werder Bremen gekommende Miroslav Klose per Kopfball ausgleicht, ist eigentlich alles wieder offen. Doch für Wacker Burghausen wäre auch das eine Riesensensation. Der kleine Verein, der Regionalliga Süd spielt. Das Stadion, das extra für dieses Spiel gestern vergrößert werden musste. Der Torwart, der unglaubliche Paraden ablieferte. Und es sollte doch nicht reichen… Beim Elfmeterschießen kam dann die Entscheidung zugunsten Bayerns
Burghausen. Der Verein des Chemie-Konzerns Wacker - der hat übrigens seinen Sitz in München. Die Stadt, mit der längsten Burg Europas. Und eben jene haben sie gestern (fast) perfekt verteidigt. Burghausen ist eine Stadt mit einem Bürgermeister von der SPD - nochmal schnell nachschauen, ob das wirklich stimmt. Nein, ich habe mich nicht verguckt. Hier steht SPD. Wieso fällt mir da Asterix ein, für diesen Zusammenhang vielleicht so umgedichtet: “Wir befinden uns im Jahre 2007 n. Chr. Ganz Bayern ist von der CSU besetzt… Ganz Bayern? Nein! Ein von unbeugsamen Genossen bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Auch im Fußball nicht… Und deshalb trotz der Niederlage: Immer wacker bleiben!
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Ich habe leider nur noch das Elfmeterschießen am Schluss gesehen - aber auch das war ja noch Weltklasse.
August 7th, 2007 at 16:07BTW: Auch in München regiert die SPD soweit ich weiß.
Ok, das mit München wusste ich nicht
August 7th, 2007 at 16:09München hat auch einen SPD-Bürgermeister und zwar schon ewig, d.h. seit 1993!!!!
August 11th, 2007 at 00:36