Social Media ist der neue Punkrock

02.07.09

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Die Analogie zwischen der Punk-Bewegung und Social Media sind sehr interessant.

Die Weltkarte der Internetzensur

02.07.09

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Erschreckend, wie viele Staaten bereits eine Zensurinfrastruktur für das Internet etabliert haben. Eine Weltkarte des Guardian zeigt, in welchem Staat der Erde was zensiert wird.

Wie die Sprache unsere Gedanken formt

25.06.09

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Lera Boroditsky hat eine Studie vorgestellt, in der es darum geht, wie unsere Gedanken durch unsere Sprache geformt werden. Will heißen: Je nach Sprache assoziieren wir mit einer Sache verschiedene andere Sachen. Als Beispiel nennt sie den Tod: Wir assoziieren damit eine männliche Person (der Tod), während Russen den Tod weiblich darstellen, da er in ihrer Sprache weiblichen Gechlechts ist. (via):

People who speak different languages do indeed think differently and that even flukes of grammar can profoundly affect how we see the world. Language is a uniquely human gift, central to our experience of being human.

Auch das Werb “lesen” hat in der russischen Sprache einige interessante Eigenschaften: Wenn man nur einen Teil eines Buches lesen würde, wäre eine andere Form des Verben zu verwenden, als wenn man das ganze Buch läse. Im Türkischen kann man sogar über die Verbform ausdrücken, ob man bei den Ereigniss unmittelbar als Zeuge dabei war, oder nur davon gehört oder gelesen hat.

Und: Die Tatsache, dass beispielsweise “Stuhl” im Deutschen maskulin ist, lässt uns über ihn anders denken, als etwa über das feminine “Bett” (ähnlich wie beim obigen Beispiel mit dem Tod). Interessant ist auch, dass wir mit maskulinen Begriffen, klischeeartig Dinge verbinden. Mit “der Schlüssel” etwa. Von Deutschen wird er als hard, heavy, jagged, metal, serrated und useful beschrieben. Von Spaniern, wo “Schlüssel” weiblich ist, als golden, intricate, little, lovely, shiny, and tiny - typisch weibliche Attribute. Das Gegenteil ist bei “Brücke” (de: weiblich / es: männlich) zu beobachten.

Volker Pispers: Neues Programm & Zensursula

23.06.09

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Ich finde Volker Pispers ja großartig. Und er hat wieder zugeschlagen. Sein neues Programm “Bis neulich 2009″ ist auch wieder ausgezeichnet, unbedingt reinhören. Und auch das, was er zur Zensursula und der Zensur im Internet zu sagen hat, ist in typischer Pispers-Manier.

DNAdigital-Politikbuch: Zweiter Entwurf Vorwort

22.06.09

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Nach umfangreichen Verbesserungsarbeiten liegt nun die zweite Fassung meines Vorworts bereit. Vielen Dank an alle, die Feedback zur ersten Fassung gegeben haben, namentlich möchte ich für Feedback danken: Andreas Lenz, Oliver Gassner, Dennis Morhardt, Marcus Schwarze, Dr. Sven Prüser, Jan Tißler, Jonathan Imme, Oliver Berger, Sören Stamer, Ulrike Reinhard und Wolfgang Gründinger danken. Sowie Mark Pohlmann, Ulrich Hegge, Dr. Malte Herwig, Martin Riemer & Lisa Rosa.

Habe trotzdem noch das Gefühl, etwas vergessen zu haben. Und auch die Forderung ganz am Ende fiel mir etwas schwer. Fällt euch etwas auf?

Hier folgt der Text:

Der Netzaktivist John Perry Barlow schrieb bereits 1996 in der “Declaration of the Independence of Cyberspace”: “Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe!”

Dass Politiker sich heraushalten, wäre jedoch falsch. Ein richtiger Schritt wäre, sich mit dem Internet auseinanderzusetzen. Mit seinen Chancen etwa, die es hinsichtlich mehr Basisdemokratie und ungefilterter Informationsbeschaffung der Bürger bietet. Schnell würden sie bemerken, dass der mutmaßliche rechtsfreie Raum im Internet gar nicht exisitiert.

Wenn Politiker selbst die Bühne des Webs betreten und versuchen, einen Dialog zu führen, sollten sie eine wichtige Komponente beachten, die für einen erfolgreichen Dialog unabdingbar ist: Zuhören. Sie müssen sich bewusst machen, dass sie im Medium Internet nicht mehr nur Sender sind, der Reden hält und einen Monolog führt. Durch das Internet werden die Bürger antworten.

Menschenmassen für eine Sache zu mobilisieren, hat Barack Obama verstanden wie bisher kein Präsidentschaftskandidat vor ihm. Er wurde der erste Internetpräsident, wie John F. Kennedy 1960 nach dem legendären Fernsehduell mit Richard Nixon der erste TV-Präsident wurde. Vor allem bei jungen Leuten — den “Digital Natives” — konnte er durch seine lockere und authentische Art punkten.

Jene “Digital Natives”, denen das Internet mit in die Wiege gelegt wurde und die eine Welt ohne diese Technologie nicht kennen. Keineswegs sind die unpolitisch, sie sind nur nicht parteipolitisch. Sie wünschen sich Politiker, die sich in ihrem Umfeld aufhalten (diese Nähe muss nicht unbedingt physisch sein). Sie wünschen sich authentische und menschliche Politiker, die sich nicht hinter ihrer Fassade verstecken. Eine Parteiwebsite mit Bildern von Flickr, die von einem professionellen Fotografen geschossenen wurden oder Auftritten in Online-Videos, bei denen von perfekt formulierten Textbausteinen abgelesen werden bewirken bei ihnen nichts.

Für sie ist Politik etwas, das weit weg passiert. Und etwas, das realitätsfern ist. Die Debatte um ein Verbot von Paintball, immer wieder aufkeimende Rufe nach einem Bann der Killerspiele oder gar die “Internetzensur” - damit macht man den Lebensraum dieser jungen Leute kaputt. Und man gibt ihnen das Gefühl, dass die Politiker sich eh “dort oben” befinden. Deshalb ist Nähe vermitteln wichtig.

Das Internet könnte als wichtigstes kulturhistorisches Gut seit dem Buchdruck (mit dem die Möglichkeit, Schriften leicht und schnell zu vervielfältigen einherging) in die Geschichtsbücher eingehen. Die Politik muss erkennen und begreifen, dass das Internet in Zukunft einen noch höheren Stellenwert als bisher eingeben wird. Dieses Buch soll als Hilfe dienen. Entstanden aus der Initiative DNAdigital, bietet es einen guten Einstieg in die Welt der mit dem Internet aufgewachsenen und ihre Sicht auf die Politik.

Ihr/Euer
Timo Heuer

Mein Brief an meine MdBs - und die Antwort

20.06.09

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Vorerst: Es ist da. Das Gesetz wurde beschlossen. Aber ich habe auch einiges gelernt in letzter Zeit (danke auch an “Wir sind das Volk“): Ich habe gelernt, dass eigentlich eh schon alles entschieden ist und die Abgordneten im Bundestag wirklich nur Marionetten sind, die einfach durchwinken. Ich habe gelernt, dass es viele Lobbyistenverbände mit Scheinwohltätigkeit gibt (siehe Deutscher Kinderbund) und dass die Presse oft nur ein Werkzeug ist (siehe den Fall der CDU-Verhandlungsführerin Krogmann, die mit dem stellvertretenden BILD-Chefredakteur verheiratet ist).

Nach meinem Artikel für t3n über die Zensurmaßnahmen war ich fest entschlossen, einen Offenen Brief an meine beiden Bundestagsabgeordneten zu schreiben. Und tat das auch:

Sehr geehrter Herr Miersch,

ich wende mich an Sie sowohl als Bürger Ihres Wahlkreises und als Jungwähler. Sicherlich haben Sie die Diskussionen über die geplanten Sperrmaßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung von Kinderpornografie verfolgt. Ich möchte Sie bitten, gegen das Gesetz zu stimmen. Meiner Meinung nach sind die Maßnahmen aus folgenden Gründen verfassungswiedrig und sollten deshalb abgelehnt werden:

1. Sie schaffen damit einen Zensurmechanismus in Deutschland, der - wenn nicht sofort, dann sicherlich im Laufe der Zeit - missbraucht werden kann. Erste Vertreter der Musikbranche fordern bereits die Sperrung urheberrechtlich geschützer Inhalte. Weitere Forderungen werden sicherlich folgen. Außerdem: In Finnland landeten sogar gegen die Zensur gerichtete Inhalte auf die Sperrlisten: http://www.theregister.co.uk/2008/02/18/finnish_policy_censor_activist/

2. Das Gesetz ist klar verfassungswidrig, denn die grundgesetzlich gesicherte Gewaltenteilung wird teilweise ausgehebelt: Durch das Gesetz bekommt das BKA alleinige Befugnis. Keine Kontrollinstanz (bspw. ein Richter) kann die Sperrlisten prüfen.

3. Eine Sperrung kinderpornografischer Inhalte ist nur ein Vorhang. Die Inhalte bleiben aber - leider - weiterhin bestehen. Einen wirksamen Schutz bietet einzig und allein eine Löschung der Inhalte. (Und dass das Löschen funktioniert, zeigt Alvar Freude eindeutig: http://netzpolitik.org/2009/ak-zensur-zeigt-loeschen-statt-verstecken-es-funktioniert/)

4. Die meisten der Server mit kinderpornografischen Inhalten stehen in Ländern, in denen die Verbreitung dieser Inhalte eine Straftat ist und geächtet werden kann. (Auswertung: https://scusiblog.org/?p=850)

5. Die “Digital Natives” oder digitale Generation wird sich noch weiter von der Politik abwenden. Fast alle dieser Internetexperten lehnen das Gesetz ab. Unterstützende Parteien werden für sie “unwählbar”

6. Über 130.000 Menschen und Unterzeichner der erfolgreichsten Petition des Deutschen Bundestages haben sich für die Löschung der Inhalte und gegen die Sperrung (unter dem Motto “Löschen statt Sperren”) ausgesprochen: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

7. Auch der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages ist gegen die Internetsperren: http://netzpolitik.org/wp-upload/bundestag_filter-gutachten.pdf

Ich bin definitiv dafür, kinderpornografische Inhalte aus dem Netz zu löschen. Ich bin aber nicht dafür, sie zu sperren und einen Vorhang davor zu hängen. Es wär einzig und allein ein Scheinschutz, der natürlich vor einer Bundestagswahl bei dem Großteil des Volkes ankommt. Bitte lassen Sie sich nicht durch das populistische Getue von Frau von der Leyen manipulieren.

Bei Fragen, wenden Sie sich gerne an mich.

Hochachtungsvoll,
Timo Heuer

P.S. Auch der Verein “MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren” ist gegen die Netzsperren. Mehr: http://mogis.wordpress.com/wer-wir-sind/

Nach der Abstimmung habe ich gesehen, dass beide Abgeordnete für die Internetzensur gestimmt haben. Matthias Miersch ließ durch sein Büro ausrichten, er werde mir eine Rundmail zu seinem Abstimmungsverhalten weiterleiten…

Interview: Sachar Kriwoj über scoyo und roccatune

17.06.09

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Auf der remix09 hat mir Sachar Kriwoj von scoyo (zuvor roccatune) ein Interview gegeben. Sachar begegnete mir als sympatischer und ehrlicher Mensch — und so ist auch das Interview geworden.

Sachar Kriwoj über scoyo from Timo Heuer on Vimeo.

Linksammlung zu den Aufständen im Iran

14.06.09

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Nach den Vorwürfen des Wahlbetrugs von Seiten der iranischen Regierung kam es in den vergangenen Stunden zu (teilweise brutal niedergeschlagenen) Protesten im Iran. Vor allem über das Internet und über Twitter verbreitete sich die Nachricht. Eine kleine Linksammlung.

(Ich empfehle auch noch einmal das Video “Iran: A nation of bloggers“)

Kontinuierlich aktualisiert. Gerne Linkvorschläge über Twitter / Blogkommentare oder auf sonstigem Wege

Mehri912 says on Twitter, “If Iran sleeps tonight, it will sleep forever”. (via)

This generation will determine if the world can avoid the apocalypse that will come if the fear-ridden establishments continue to dominate global politics, motivated by terror, armed with nukes, and playing old but now far too dangerous games. This generation will not bypass existing institutions and methods: look at the record turnout in Iran and the massive mobilization of the young and minority vote in the US. But they will use technology to displace old modes and orders. Maybe this revolt will be crushed. But even if it is, the genie has escaped this Islamist bottle. (Andrew Sullivan)

Glückwunsch Piraten!

07.06.09

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Glückwunsch Piratenpartei. Bis zu zwei Prozent in Deutschland bei der Europawahl (sowie 8,1 Prozent in Schweden) sind eine deutliche Ansage an das Establishment. (Über die Piraten habe ich anlässlich der aktuellen Wahl übrigens für t3n geschrieben und sie dort vorgestellt: “Mehr als ein Hort politischer Filesharer“). Zitat:

Die momentane Erscheinung der Piratenpartei erinnert an die Anfänge der Grünen. Die Piratenpartei muss sich für eine größere öffentliche Akzeptanz öffnen, ähnlich wie es die Grünen getan haben. Als Umweltpartei gestartet, nahmen die bald auch andere Politthemen in ihr Programm auf. Mittlerweile gehören die Grünen fest zur deutschen Parteienlandschaft. Und wer hätte gegen Ende der siebziger Jahre damit gerechnet, dass diese Partei aus „Ökos“ (zumindest wurde ihnen das vorgeworfen), von 1998 bis 2005 an der Regierung Deutschlands beteiligt sein würde.

Über 55 Prozent der Twitter-Nutzer würden übrigens die Piraten wählen bzw. haben sie gewählt. Auf Platz zwei folgen mit 25 Prozent die Grünen. So gut wie niemand (3%) hat übrigens für die CDU gestimmt…

Umwelt-Film “Home”: Freier YouTube-Film über unseren bedrohnten Planeten

05.06.09

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Der französische Fotograf Yann Arthus-Bertrand hat die Welt bereist und einen atemberaubenden Film gedreht, der zeigt, wie bedrohnt unsere Welt wirklich ist. Ein wahres Meisterwerk! Siehe auch meinen Artikel auf t3n dazu.

Weitere Fotos von Arthus-Bertrand und seinem Projekt “Earth from above” finden sich bei Boston Big Picture.

(Den ganzen Film gibt es auf YouTube)

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